Edelstahl Rostfrei ist ein nicht rostender Stahl. Seine Korrosionsbeständigkeit entsteht durch das zu legieren von Chrom. Diese Entdeckung (1912 von der Firma Krupp) erbrachte ein neues haltbares Material, das zum Eigenschutz keine externen Schutzanstriche benötigt. Oberflächenschutz ist somit überflüssig und der Pflegeaufwand gering.
Damit begann der Siegeszug der Edelstähle, die ganz besonders in der Industrie gefragt waren. Die kontinuierliche Verbesserung der Edelstähle führte zu nahezu 120 Sorten von Edelstählen, die in der DIN 17441 genormt wurden. Seit 1995 gilt auch eine einheitliche europäische Norm EN 10 088.

In der Architektur und im Bauwesen werden hauptsächlich die 5 nachstehend aufgeführten Werkstoffsorten verwendet.

1.4301 Ist der Grundtyp der Chrom-Nickel-Stähle. Der gut kalt- und warmumformbare Stahl ist in normaler Außenatmosphäre beständig und deshalb für Innen- und Außenanwendung geeignet. Er kann wie die folgenden Stähle auf der Baustelle geschweißt werden.
1.4541 Ist von ähnlicher Zusammensetzung wie 1.4301, jedoch zusätzlich mit Titan stabilisiert. Hierdurch wird seine Korrosionsbeständigkeit im geschweißten Zustand verbessert. Bei Schweißkonstruktionen sollte ab ca. 6 mm Dicke generell dieser Werkstoff eingesetzt werden, auch wenn aus Sicht der Korrosionsbeständigkeit der Werkstoff 1.4301 ausreichen würde.
1.4401 Ist ein Chrom-Nickel-Molybdän-Stahl mit höherer Korrosionsbeständigkeit. Er ist auch in chloridhaltiger und schwefelsaurer Atmosphäre bei Raumtemperatur weitgehend beständig und daher für den Einsatz in Industrieatmosphäre sowie in Küstennähe geeignet. Die Umformeigenschaften entsprechen denen des Stahles 1.4301. Der Stahl 1.4401 ist in dünnen Abmessungen ebenfalls auf der Baustelle schweißbar.
1.4571 Ist wie 1.4541 mit Titan, aber zusätzlich noch mit Molybdän legiert. Er wird eingesetzt, wenn es sich um Schweißkonstruktionen ab ca. 6 mm Dicke handelt und aus Korrosionsgründen ein molybdänlegierter Stahl erforderlich ist. Beide mit Titan stabilisierten Stähle sind nicht polierfähig.
1.4016 Ist ein 17%iger Chrom-Stahl. Seine Korrosionsbeständigkeit ist geringer als die der Chrom-Nickel-Stähle, so dass er im Architekturbereich in Innenräumen verwendet wird. Der Stahl hat ein ferritisches Gefüge und ist somit magnetisierbar.

Welche Stahlsorten kommen zum Einsatz?

Leistungsstufe gegen Korrosion und typische Korrosionsbedingungen.
Nach DIN 55928, Teil 1, Mai 1991

Klasse Beschreibung Stahlsorte
II Landatmosphäre auch bei andauernder hoher Luftfeuchtigkeit und/oder Umgebungstemperatur. Industriefreie Stadtatmosphäre ohne nennenswerten Gehalt an Schadstoffen (z.B. Chloride, Schwefeldioxid). 1.4301
1.4541
III Stark belastete Stadtatmosphäre, Industrie und Meeresatmosphäre, wenn keine erhöhten Belastungen durch andauernd hohe Luftfeuchtigkeit und/oder hohe Umgebungstemperatur gegeben sind. 1.4401
1.4404
1.4571
1.4435
1.4436
IV Atmosphäre mit hohem Gehalt an Schadstoffen (Chloride und Schwefeldioxid) wie sie in Industriegebieten und in Meeresnähe auftreten bei gleichzeitig andauernder hoher Luftfeuchtigkeit und/oder hoher Umgebungstemperatur. Das Auf konzentrieren der Schadstoffe muß vermieden werden. 1.4439
1.4539

Für die Metalldacheindeckungen wird Edelstahl mit den Werkstoffnummern 1.4401 und 1.4404, Oberfläche III c nach DIN 17441 eingesetzt.
Die Oberfläche für flache Dächer ist silbrig matt. Für geneigte und sichtbare Dächer werden die Oberflächen zu vor mit Granulat gestrahlt. Diese Oberfläche wird auch als Haifischhaut bezeichnet, oder neudeutsch "SharkSkin".